Wer hätte gedacht, dass aus einem Firmprojekt im Jahre 1996 so etwas Großes wird? Die Jugendlichen, damals unter Pastor Thomas Siepe, stellten sich im Grunde genommen die gleiche Frage, die 2026 das Jahresmotto der Kirche am See war: Mensch, wo bist du? Sie wollten Gutes tun und relativ rasch waren erste Kontakte zu Pater Avelino geknüpft. Im Gefolge der jungen Christen fanden sich schnell weitere Ehrenamtliche, die gebastelt, eingekocht und gewerkelt haben zugunsten dieses Projektes. Mit Hilfe des ergänzenden Verkaufs von Eine-Welt-Produkten wurden unzählige Spenden gesammelt. Dank gilt auch dem Heinrich-Lübke-Haus, das die Stände der Gruppe unterstützt hat. Resultat der vielen Arbeit war die Finanzierung von Kitas, Schulen, Staudämmen und Brunnen am Tukanasee und im Südsudan. Das Prinzip war aber auch: Hilfe zur Selbsthilfe. Junge Frauen und Männer lernten Kochen und Handwerk, Werkzeug wurde ebenfalls gesammelt. So konnte die Lebenssituation dort grundlegend verbessert werden, auch als die Flüchlingswellen ein weiteres Problem darstellten. Was wir alleine nicht schaffen, schaffen wir dann zusammen – Dieses Zitat prägt die Arbeit bis heute.
Die Wertschätzung des ganzen Pastoralen Raum Soests für diese Arbeit drückte Jutta Ebbert im Grußwort aus. Sie sprach im Namen des Rates der Pfarreien. In ihrer Rede betonte sie die gute Vernetzung der Gruppe – die Sternsingeraktion und die Mitgestaltung der Messen bei Kirche am See / Kirche aktuell machten das Projekt erst richtig bekannt. Kreativ wurde man auch in der Corona-Zeit. Die Weihnachts- und Ostertüten waren der „Renner“ und fanden zahlreiche begeisterte Abnehmer. „Ihr vermittelt Werte. Mittlerweile wird selbstverständlich bei Veranstaltungen unserer Pfarrei fair gehandelter Kaffee und Tee gekocht, sammeln wir Kronkorken in den Pfarrhäusern für eure Projekte.“ – so Jutta Ebberts Worte. Gegenseite Besuche und regelmäßige Berichte von dort halfen dabei, die Gruppe aufrechtzuerhalten. Abschließend appellierte Jutta Ebbert an die Anwesenden weiterhin Hoffnungszeichen für die Menschen am Tukanasee und im Südsudan zu bleiben und damit Welt- und Schöpfungsverantwortung zu leben.
Wieso sich der Kreis seit 30 Jahren mit Erfolg gehalten hat? Es gibt wohl drei Motoren, die alles am Laufen halten. Besonderer Dank gilt dem Ehepaar Hildegard und Hubert Daners für ihren unermüdlichen Einsatz, der in Worte nicht zu fassen ist. Sie konnten über drei Generationen in ihrer Familie für die gute Sache begeistern: Tochter Verena Odera war mehrfach dort (sie gehörte schon zur Gruppe im Jahr 1996) und Enkel Linus sammelt fleißig in der Dortmunder Mallinckrodt-Schule mit. Daneben selbstverständlich auch Pater Avelino, der neben Pastor Ludger Eilebrecht am Altar von Körbecke stand, der vor Ort wirkt und dort stets die Fäden zusammenhielt.
Nach zwei Tagen Feiern zogen die Verantwortlichen ein positives Resümee des Festes: Viele sind gekommen, bei bester Stimmung wurde im Antoniushaus und in St. Pankratius gefeiert. Das einzige Manko war, dass Christian Moser aus München (Verein neue Wege) im Stau stand. Sein Vortrag inclusive Fotos konnte aber digital übermittelt werden. Abschließend merkte er an: Die Samen vor 30 Jahren tragen reiche Früchte! Ein absolut passendes Bild zum Sonntag der Arbeiter im Weinberg.