Großer Redebedarf beim Diskussionsabend zum Thema „Assistierter Suizid“

30. August 2022
Möhnesee
Möhnesee
 Wenn die Stühle für die Besucher und Besucherinnen nicht ausreichen, dann ist das ein Zeichen für großes Interesse. Und so war es auch im Rahmen der Podiumsdiskussion zum Thema "Assistierter Suizid - eine Debatte zwischen Selbstbestimmung und Lebensschutz".

Die Initiative „Gut leben im Alter“ hatte am 30. August am Möhnesee dazu eingeladen. Es zeichnete sich schnell ab: Das ist kein einfaches Thema, dass schnell abgehandelt werden kann. Ein stark besetztes Podium mit Dr. med. Heinz Ebbinghaus, der Rechtsanwältin Heike Egen, Angelika Köster vom Christlichen Hospiz Soest und dem Seelsorger Thomas Thiesbrummel gab Informationen und Gedankenanstösse in unterschiedliche Richtungen. Durch den Abend als Moderator führte der Ethikbeauftragte des Hospitalverbundes Daniel Robbert.  Die nachfolgende rege Diskussion mit dem Publikum zeigte eine vielfach persönliche Betroffenheit und machte deutlich, dass das Thema „auf den Nägeln brennt“.

Zum Hintergrund: Beim assistierten Suizid handelt es sich um Beihilfe zur Selbsttötung, bei dem jemandem auf Wunsch ein totbringendes Mittel zur Verfügung gestellt wird. Der Betroffene selbst führt dann die Handlung aus. Das Bundesverfassungsgericht hatte in seinem Urteil vom Februar 2020 festgestellt, dass das im Grundgesetz verankerte allgemeine Persönlichkeitsrecht auch ein Recht auf selbstbestimmtes Sterben umfasst. Jetzt sind gesetzliche Neuregelungen erforderlich, wobei rechtliche, medizinische und ethische Fragestellungen berührt werden. Momentan liegen im Bundestag dazu drei Gesetzesentwürfe für eine rechtliche Regelung dazu vor, über die im Herbst diesen Jahres im Bundestag debatiert werden wird.

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