Dann kam hinzu, dass es auch für Pastor Ludger Eilebrecht, der 11 Jahre lang mit viel Herzblut das Projekt begleitet hat, der Abschlussgottesdienst sein sollte, bevor am Tag später sein Möbelwagen sich auf den Weg gen Brakel machte, zu seiner neuen Stelle. Als dritten Punkt: Inhaltlich ging es um die Schöpfung, wo mittlerweile häufig die Frage aktuell im Raum steht: Sind wir dort am Ende angelangt?
Inhaltlich verantwortlich zeichnete dieses Mal die Gruppe Christians and Churches for Future – recht passend, da der Termin mitten hinein in die Schöpfungszeit fiel. Prophetisch sein – das steht in diesem Jahr als Obertitel über diesen Tagen. In den Begrüßungsworten wurde der Halbsatz von der Gruppe gedeutet, als ein auf Gott und die Menschen Hören sowie als Appell, den Mut zu entwickeln, durchaus mal unbequeme Wahrheiten auszusprechen. Sind Propheten nur alte, weiße Männer? Nein – so lautete der launische Zuruf in die Gemeinde: Schaut mal rechts und links, denn jeder kann Prophet oder Prophetin sein. Durch die Taufberufung wurde es allen Christen bereits vor langer Zeit zugesprochen.
In seiner Predigt griff Eilebrecht, der sich darüber freute, dass er diese Messe gemeinsam mit den Brüdern Thomas und Marc Barungi aus Uganda zelebrieren konnte, diese Gedanken noch einmal auf: Während in den biblischen Texten des Tages auf Jonas und Johannes verwiesen wurde, interviewte er die Gläubigen, wer für sie heute Prophet sein könnte. Die Anwesenden blieben die Antwort nicht lange schuldig: Meine Firmpatin – gehaltvolle Lieder – Eltern und Enkelin – Papst Leo oder auch Pater Avelino, der das vergangene Wochenende mitgestaltet hatte, wurden genannt. Gleichzeitig konnte Eilebrecht zudem auf eigene Beispiele verweisen, mit Blick auf die Schöpfung wird in den Gemeinden mittlerweile bei vielen Aktionen auf Nachhaltigkeit geachtet. Dass bei der Kirche am See die Gottesdienstteilnehmer nicht stumm bleiben, zeigte sich noch einmal nach der Kommunion: Wir wollen dein Asanti hören, Father Thomas! Dieser griff sofort beherzt zur Gitarre und alle stimmten schnell mit in diesen melodischen afrikanischen Gesang ein.
Am Schluss der Messe ergriff Ludger Eilebrecht noch einmal das Mikrofon zu persönlichen Worten: Dankbar blickt er auf die Zeit am See zurück, der Erfolg sei nur möglich gewesen, weil viele mit ins Rad gegriffen haben, besonders das Team der Kirche am See und die Mitarbeiter des Heinrich-Lübke-Hauses. Erfreut zeigte er sich, dass mit Roland Schmitz wieder ein Priester vor Ort sein wird, der das Projekt engagiert weiterführen wird. Für Pastor Eilebrecht selbst schließt sich nun ein Lebenskreis – aufgewachsen und geprägt an und durch eine katholische Schule kehrt er nun als Seelsorger dorthin zurück, um an der Brede / Brakel (Kreis Höxter) zu wirken.
Die Gruppe Christians and Churches for Future hatte ein besonderes Segenswort für ihn, aber auch für alle Mitfeiernden mitgebracht. Sie blickten dabei in ihrer Meditation auf die Propheten von gestern – heute – morgen. Ebenfalls war musikalisch für stimmungsvolles Liedgut gesorgt worden: Annette Haumer & friends hatten Songs ausgesucht, die sich rund um die Schöpfung drehten. Hervorgehoben sei dabei vor allem das erste Lied mit dem Titel „Unterwegs in eine neue Welt“ und das Finale „Geh unter der Gnade“ – beides sehr berührend für den Zelebranten, der meinte, dass er auf jeden Fall die vielen guten Erfahrungen mit an den neuen Dienstort nehmen werde. „Es geht weiter…“ rief er ermutigend den Aktiven und allen Gottesdienstbesuchern zu, die teilweise schon länger als er selbst der Kirche am See ihr prägendes Gesicht geben.