St. Albertus hilft Albanien

24. August 2022
Soest
Soest
„Die Kontakte nach Albanien müssen wir auch in schwierigen Zeiten halten“, so ist die einhellige Meinung des Pfarrgemeinderates der St. Albertus-Magnus-Gemeinde. Und so macht sich im September eine Abordnung nach Velipoje, der Partnergemeinde im Norden Albaniens auf.

Mit dem Besuch wollen sich die Soester ein persönliches Bild davon machen, was die von der katholischen Albertus-Magnus-Gemeinde organisierte Hilfe bislang bewirken konnte – und ebenso gewachsene, freundschaftliche Kontakte pflegen. Noch im Mai waren Gäste aus Velipoje zu Gast in Soest (siehe Foto).

Seit der eiserne Vorhang sich auch in Albanien öffnete, haben die Soester Kontakte in das Dorf an der Adriaküste geknüpft. Der Anfang war abenteuerlich: Drei deutsche Franziskanerinnen folgten 1993 dem Ruf des Papstes, in Albanien, dem damaligen Armenhaus Europas, tatkräftig zu helfen. Was sie daheim berichteten, war erschütternd. 40 Jahre unter dem kommunistischen Regime Enver Hodschas hatten das Land ruiniert. Tief betroffen von den Berichten der Schwestern Juditha, Gratia und Bernadette, begannen verschiedene Hilfsprojekte der Jürgen-Wahn-Stiftung und der St. Albertus-Magnus-Gemeinde. Nach ersten Hilfstransporten war klar, wer besonders unter den bitteren Verhältnissen litt: die Kinder.

So wurde ein Projekt geboren, das seit fast drei Jahrzehnten ein Ort der Hoffnung in Velipoje ist. Dank zahlreicher Spenden, vor allem durch die alljährliche Sternsingeraktion im Soester Norden, ließ sich der Kindergarten St. Nikolaus bauen. Der erste Kindergarten Albaniens überhaupt. Er ist seither nicht nur ein baulicher, sondern auch ein pädagogischer Mittelpunkt der ganzen Gegend. Inzwischen ist er Teil eines Großprojekts. Neben Kloster und Kirche entstanden weitere Kindergärten und Schulen.

Velipojes Lage ist trotz aller Armut malerisch: die Gemeinde hat einen wunderbaren langen Strand, an dem viele Touristen im Sommer Urlaub machen. „Dann gibt es Arbeit für Menschen. Im Rest des Jahres eher nicht. Vieles im Land ist derzeit im Umbruch, juristische Sicherheit gibt es für Investoren nicht unbedingt, wer hier Unsummen investiert, hat nicht immer eine ganz weiße Weste“, erzählt Gemeindereferent Andreas Krüger. Nach einer Reihe von Besuchen über die Jahre weiß er: Die Schere zwischen denen, die arm geblieben sind und den wenigen, die jetzt noch reicher werden könnten, klaffe immer weiter auseinander.

Weit mehr als 100 000 Euro haben die Albertus-Magnus-Gemeinde und ihre Freunde bislang schon für den Kindergarten das Kloster in Velipoje gespendet. Der soll sich irgendwann alleine tragen können, und die Chancen dafür stünden gut, sagt Krüger

Wer mit einer Spende die Arbeit der Ordensschwestern unterstützen möchte, kann bis zum 19. September bei der Volksbank Hellweg unter folgender Bankverbindung: Name/Empfänger: St. Albertus-Magnus, IBAN: DE91 4146 0116 2900 0020 02) oder im Pfarrbüro St. Albertus-Magnus (Öffnungszeiten: Mittwoch 15:00-17:00 Uhr und Donnerstag 09:00-11:00 Uhr)  etwas spenden. Die Gelder werden dann persönlich überbracht.

Annette Sauer, Schwester Joela, Schwester Christina, Pater Don Marjan, Jens Wenner und Gemeindereferent Andreas Krüger  (von links).

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