Die Tage in der Bistumsstadt sind für alle immer von großem Wert – einerseits begegnen sich die Kolleginnen untereinander, können sich austauschen, auf der anderen Seite steht zudem ein gewinnbringender Fortbildungsteil im Programm. Mechthild Wohter und Roland Schmitz begrüßten die zahlreich erschienen Damen; beiden war anzumerken, dass sie hocherfreut, aber nicht weniger stolz waren, im Oktober 40 (!!!) Teilnehmerinnen begrüßen zu dürfen. Unter ihnen waren Andrea Steinhoff und Felicitas Hecker aus dem Pastoralen Raum bzw. Bezirk Soest. Ein besonderes Willkommen galt fünf Anwesenden, die im Rahmen der Eucharistiefeier in ihr Amt eingeführt wurden. Die beachtliche Anzahl ist ein Zeichen der Hoffnung, dass sich auch in schwierigen Zeiten der Kirche dennoch Ehrenamtliche für diese Aufgabe auf Pfarrei- und Bezirksebene immer wieder neu begeistern und ein Stück weit in die Plicht nehmen lassen.
Zu Beginn der Tagung standen zwei Sinnbilder im Mittelpunkt, die in direkter Relation zueinander stehen. Sand und Perle – beide gehören in der Natur zusammen, symbolisierten in der Runde nun das Aufreibende (Sand) und das Leuchtende (Perle) im Alltag der Engagierten. Trotz mancherlei Schwierigkeiten war allen Gesprächspartnerinnen, die teilweise seit Jahren im Amt sind, die Lust an ihren Aufgaben anzumerken. Der weitere Abend stand im Zeichen des Gottesdienstes. Hier zeigten sich in beeindruckender Weise die verschiedenen Charismen, denn alle trugen zum Gelingen der Messe bei, in dem sie sich im Vorfeld mit dem Evangelium auseinandersetzen, es kreativ in Gedanken und Impulsen umsetzten. Höhepunkt dieser Eucharistiefeier war die Beauftragung der Neuen mit Verleihung von Urkunden und dem Sternenkreuz, dessen Symbolik Mechthild Wohter anschaulich erklärte. Berührend im Rahmen der Ernennung war zudem der Auftritt fünf weiterer Frauen, die als Patinnen den neuen Kolleginnen zur Seite standen und mit eigens gewählten Worten Zuspruch / Ermutigung für die Zukunft mit auf den Weg gaben. Im festlichen Rahmen wurde die Aufnahme weiter am Abend begangen – dank der guten Küche im Haus Immaculata in Paderborn.
Der zweite Tag widmete sich einem Thema, das derzeit viel Beachtung findet. Gemeinsam wurde der Blick auf Frauen in der Bibel geworfen, der Focus wurde dabei auf die Persönlichkeiten gelegt, deren Namen in der Schrift nicht genannt wurde. Unter fachkundiger Anleitung näherte sich die Runde zunächst der Geschichte von Lot, in der seine Frau und seine Töchter schwere Schicksale zu tragen hatten. Dr. Eleonore Reuter, Theologin aus Osnabrück, führte in die Historie ein und gab Impulse zur Kleingruppenarbeit, um tiefer in das biblische Geschehen einzutauchen. Mit einem gewissen Erstaunen erfuhren von ihr die geistlichen Leiterinnen, die durch ihre Arbeit bereits selbst fundierte Kenntnisse mitgebracht hatten, wie zahlreich die Frauen sind, die namenlos, aber nicht unbedeutend, im biblischen Kontext auftauchen. Gemeinsam wurden einzelne Biographien erarbeitet, um mit diesem neu erworbenen Wissen den Frauen Leben einzuhauchen, diese selbst zum Sprechen zu bringen.
Im dritten Teil konnten die Teilnehmerinnen sich in einen Bibliolog einbringen, damit die Geschichte der Salbung in Bethanien greifbar und aktuell werden lassen. Durch abschließende Austauschrunden wurde deutlich, wie viel Sprengkraft bis heute in der Erzählung liegt. Gestärkt durch diese Impulse ermutigte Mechthild Wohter die Frauen weiterhin mit Engagement in ihrer Aufgabe zu wirken. Konkret warb sie für die Teilnahme am digitalen Adventskalender im Dezember und dem Predigerinnentag im kommenden Jahr.
Insgesamt erlebten alle eine Tagung mit vielen Eindrücken und guter Stimmung. Diese wurde am Ende etwas getrübt, weil der Temin gleichzeitig ein „Abschied-nehmen“ bedeutete. Nach zwanzigjähriger Tätigkeit scheidet Roland Schmitz als Diözesanpräses aus, er wurde nicht ohne Geschenke aus seiner Aufgabe entlassen. Neben den Präsenten waren es vor allem aber die persönlichen Worte der Frauen, die sie dem neuen Leiter der Kirche am See mit auf den Weg gaben. Es war eine große Dankbarkeit spürbar für die langjährige Kooperation – in den Augen von Roland Schmitz eine win-win-Situaiton auf beiden Seiten.
Im Übrigen bekam auch jede Dame eine Mitgabe an die Hand. Die Perle vom Eingangsimpuls darf nun alle im Alltag an den verschiedenen Orten des Bistums begleiten, gleichzeitig wird sie die Erinnerung sein an zwei inspirierende Tage in Paderborn, die stärkten, motivierten und einen optimistischen Blick in die Zukunft geworfen haben.